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Rezept

Obazda wie im Biergarten am See

Der Brotzeitklassiker in einer Viertelstunde — und die Erklärung, warum er im Biergarten besser schmeckt.

Gerupfter Käs (Franken), in Würzburg auch "Angemachter Camembert" genannt oder auch Obatzta in Bayern, seviert mit Bretzel, im Biergarten der Brauerei Friedrich Düll in Krautheim.
Gerupfter Käs (Franken), in Würzburg auch "Angemachter Camembert" genannt oder auch Obatzta in Bayern, seviert mit Bretzel, im Biergarten der Brauerei Friedrich Düll in Krautheim. Foto: Nemracc · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · auf 1600 px Breite verkleinert

Von Katharina Brunner · Essen und Genuss · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07

Obazda ist eine Verwertungsspeise: Er entstand, um überreifen Camembert zu retten, und wurde über die Biergärten zum Klassiker. Genau deshalb ist der wichtigste Punkt beim Nachmachen die Reife des Käses — junger Camembert bleibt geschmacklos, egal wie viel Paprika man hineinrührt.

Am See gehört Obazda zur Brotzeit, die man mitbringt: Im Selbstbedienungsbereich eines Biergartens ist das ausdrücklich erlaubt, und für einen Badetag in Ambach ist er die praktischste Verpflegung überhaupt. Butter, Zwiebel und Käse bekommt man in den Hofläden rund um Münsing.

Varianten gibt es viele: mit Frischkäse wird er cremiger, mit Weißbier geschmeidiger, mit Schnittlauch frischer. Was nicht dazugehört, ist der Mixer — die grobe Struktur ist der halbe Reiz.

Dazu gehören Brezn, Radi und ein Weißbier. Mehr braucht es nicht.

Zur Herkunft gehört eine Randnotiz, die den Umgang mit dem Rezept erklärt: Obazda ist als Resteverwertung entstanden und hat deshalb keine kanonische Form. Jede Wirtschaft macht ihn anders, und die Streitfrage — Frischkäse ja oder nein, Bier ja oder nein, Kümmel ja oder nein — ist Teil der Sache. Wer ein verbindliches Originalrezept sucht, sucht etwas, das es nie gegeben hat.

Für die Menge gilt: Er zieht besser über Nacht als in dreißig Minuten. Wer am Vorabend ansetzt, hat am nächsten Tag den deutlich runderen Geschmack, weil sich Zwiebel und Paprika im Fett verteilen. Für einen Badetag heißt das: abends anrühren, morgens einpacken.

Gut gekühlt hält er sich einige Tage, und in einem verschlossenen Behälter übersteht er auch eine Radtour — was ihn für die Brotzeitplanung praktischer macht als jeden Aufstrich, der Kühlkette braucht. Bei Hitze gehört er trotzdem in den Schatten und nicht stundenlang in die Sonne.

Zutaten

  • 250 g reifer Camembert
  • 50 g weiche Butter
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 TL Paprikapulver, edelsüß
  • Salz, Pfeffer, etwas Kümmel
  • nach Belieben ein Schluck Weißbier

Zubereitung

  1. Den Camembert mit der Gabel zerdrücken — nicht pürieren, die Struktur soll bleiben.
  2. Weiche Butter und fein gewürfelte Zwiebel untermischen.
  3. Mit Paprika, Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken; wer mag, gibt einen Schluck Weißbier dazu.
  4. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen und mit Brezn und Radi servieren.

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