Rezept
Bayerisches Picknick am See
Kein Rezept für einen Topf, sondern für einen Korb — was mitkommt, was zu Hause bleibt.
Von Katharina Brunner · Essen und Genuss · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Für: 4 Personen
- Vorbereitung: etwa 30 Min
- Schwierigkeit: leicht
- Saison: Mai–September
Das bayerische Picknick ist kein Rezept für ein Gericht, sondern eine Zusammenstellung — und die klassische Brotzeit ist dafür fast perfekt konstruiert: Sie braucht keine Kühlkette, kein Besteck und keinen Tisch, sondern nur ein Brettl und ein Messer.
Der Einkauf entscheidet über das Ergebnis. Brot vom Handwerksbäcker statt aus dem Regal, Käse am Stück statt in Scheiben, Obst und Gemüse aus einem der Hofläden rund um Münsing. Das dauert eine halbe Stunde länger und schmeckt den Unterschied.
Als Ziel eignen sich die Badeplätze am Ostufer zwischen Ambach und Ammerland oder die Liegewiesen am Südufer bei Seeshaupt. Wer mit dem Rad kommt statt mit dem Auto, findet auch an heißen Wochenenden noch einen Platz.
Zwei Dinge gehören zwingend in den Korb: genug zu trinken und ein Müllbeutel. An den beliebten Stellen ist liegengelassener Abfall im Sommer ein echtes Problem — und der schnellste Weg, dass ein freier Badeplatz irgendwann eingezäunt wird.
Zur Kühlung, weil sie im Hochsommer über das Ergebnis entscheidet: Käse und Obazda vertragen ein paar Stunden im Schatten, Fleisch und Fisch nicht. Eine gefrorene Flasche Wasser im Korb ersetzt jedes Kühlelement und ist am Nachmittag getrunken, wenn sie aufgetaut ist. Der Korb selbst gehört unter den Baum, nicht auf die Wiese in die Sonne.
Was regelmäßig vergessen wird und den Unterschied macht: ein Messer, ein Brettl und etwas zum Händeabwischen. Eine Brotzeit ohne Messer ist eine traurige Angelegenheit, und der Käse am Stück, den man vorher bewusst nicht in Scheiben gekauft hat, wird ohne Messer zum Problem.
Der Platz zählt so viel wie der Inhalt. Am Ostufer zwischen Ambach und Ammerland gibt es Wiesen unter alten Bäumen, am Südufer bei Seeshaupt weite Liegeflächen. Beide sind an heißen Wochenenden ab dem Vormittag belegt — wer mit dem Rad kommt, findet fast immer noch eine Lücke, wer mit dem Auto kommt, sucht.
Und der Schlusspunkt gehört zum Rezept: Alles wieder mitnehmen. Der liegengelassene Abfall an den beliebten Plätzen ist der Grund, warum die Gemeinden ihre Satzungen in den letzten Jahren verschärft haben. Ein Müllbeutel im Korb ist der billigste Beitrag dazu, dass diese Plätze frei zugänglich bleiben.
Zutaten
- 1 großes Sauerteigbrot oder 8 Brezn
- Obazda (siehe eigenes Rezept)
- 200 g Bergkäse am Stück
- 1 Radi mit Salzstreuer
- 1 Bund Radieschen
- 2 Handvoll Tomaten oder Gurke
- Obst der Saison vom Hofladen
- Getränke, kalt gestellt
- Brotzeitbrettl, Messer, Tücher, Müllbeutel
Zubereitung
- Am Vortag: Getränke kalt stellen, Obazda ansetzen — er wird über Nacht besser.
- Am Morgen: Brot und Brezn beim Bäcker holen, Käse am Stück kaufen (in Scheiben trocknet er aus).
- Radi hobeln, salzen und kurz ziehen lassen; Gemüse waschen.
- Alles in feste Behälter packen, Brettl und Messer nicht vergessen — und einen Müllbeutel für den Rückweg.
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