Ausflug · Fünfseenland
Ein Tag im Fünfseenland
Mehrere Seen an einem Tag: kurze Spaziergänge, Aussichtspunkte und die Frage, welcher See der schönste ist.
Von Markus Seidl · Touren und Wege · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Dauer: ganzer Tag
- Saison: April–Oktober
- Für: Entdecker
Anreise
- Bahn: S6 und S8 erschließen Starnberger See, Wörthsee und Ammersee — mit Umsteigen ist die Runde ohne Auto machbar, dauert aber länger.
- Rad: Die eleganteste Variante: Die Seen liegen nah beieinander, die Wege sind überwiegend flach.
Parken: An den kleineren Seen sind die Parkplätze im Sommer schnell voll und teils bewirtschaftet.
Das Fünfseenland westlich von München ist dichter, als die Karte vermuten lässt: Starnberger See, Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See liegen so nah beieinander, dass sich mehrere an einem Tag verbinden lassen — vorausgesetzt, man will nicht überall baden.
Der Reiz liegt im Vergleich. Der Starnberger See ist groß, tief und offen, der Ammersee weiter und windiger, der Wörthsee flacher und wärmer, der Weßlinger See fast ein Weiher. Wer alle an einem Tag sieht, versteht die Region besser als nach einer Woche an einem einzigen Ufer.
Mit dem Rad ist das die schönste Variante, weil die Strecken dazwischen selbst Landschaft sind: Felder, Moor, kleine Waldstücke. Mit dem Auto wird es schnell zur Parkplatzsuche, mit der Bahn zur Umsteigerei.
Realistisch schafft man drei Seen mit Aufenthalt, nicht fünf. Wer es trotzdem versucht, hat am Ende einen Tag im Verkehr statt am Wasser.
Praktisch bewährt hat sich eine einfache Aufteilung: ein See zum Ankommen, ein See zum Bleiben, ein See für den Abend. Der Starnberger See eignet sich zum Ankommen, weil man mit der Bahn direkt am Wasser aussteigt. Der Wörthsee ist der beste zum Bleiben, weil er flach und warm ist. Und der Ammersee hat die offenere Weite für den späten Nachmittag, wenn die Sonne über dem Westufer steht.
Die Unterschiede zwischen den Seen sind keine Feinheiten, sondern Folge der Entstehung. Der Starnberger See ist eine tiefe Zunge, entsprechend kalt und windanfällig. Der Wörthsee ist flacher und erwärmt sich schneller. Der Weßlinger See ist so klein, dass man ihn in zwanzig Minuten umrundet. Wer das im Kopf hat, wählt das Ziel nach dem Wetter statt nach der Karte.
Verbindungsstrecken sind der Knackpunkt. Mit dem Rad sind sie selbst Landschaft — Felder, Moorabschnitte, kleine Waldstücke —, mit dem Auto sind sie Landstraße mit Parkplatzsuche am Ende. Wer kein Rad hat, plant lieber zwei Seen mit Bahn und Fußweg als fünf mit Auto.
Was man nicht unterschätzen sollte, ist die Verpflegung. Die Ufergastronomien sind an Sommerwochenenden voll und die Wege dazwischen führen durch Ortschaften ohne Einkehr. Ein gepackter Rucksack löst das Problem und macht unabhängig vom Zeitplan — und die schönsten Plätze dieses Tages sind ohnehin die, an denen kein Wirtshaus steht.
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