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Ausflug · Berg

Auf den Spuren von König Ludwig II.

Votivkapelle, Uferweg und Schifffahrt: Die Ludwig-Geschichte am Ostufer, ohne Kitsch erzählt.

Berg am Starnberger See, Kirche St. Johann Baptist. Der Ursprung der katholischen Filialkirche liegt wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Die innere Ausstattung wurde 1658/59 umgesta
Berg am Starnberger See, Kirche St. Johann Baptist. Der Ursprung der katholischen Filialkirche liegt wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. Die innere Ausstattung wurde 1658/59 umgesta Foto: I. Berger · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons · auf 1600 px Breite verkleinert

Von Georg Riedl · Geschichte und Kultur · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07

Anreise

  • Bahn: S6 bis Starnberg, von dort führt der Uferweg in gut einer Stunde nach Berg.
  • Bus: Regionalbusse verbinden Starnberg mit Berg und Aufkirchen.
  • Schiff: In der Saison ist Berg von Starnberg aus per Dampfer erreichbar.

Parken: In Berg gibt es Parkplätze am Ortsrand. Da der Weg von Starnberg aus ohnehin der schönste Teil ist, lohnt das Auto hier kaum.

König Ludwig II. starb 1886 im Starnberger See, wenige Schritte vom Ufer bei Berg entfernt. Ein Kreuz im flachen Wasser markiert die Stelle, oberhalb steht die Votivkapelle, die um die Jahrhundertwende zu seinem Gedenken errichtet wurde. Der Todesfall ist bis heute nicht restlos geklärt — und genau das macht den Ort ruhiger und ernsthafter, als man vermutet.

Der Weg dorthin ist der halbe Ausflug: Von der Starnberger Seepromenade führt ein durchgehend befestigter Uferweg nach Berg, vorbei an Segelclubs, Badeplätzen und altem Baumbestand. Er ist breit, fast steigungsfrei und damit einer der wenigen Abschnitte am See, die sich auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut fahren lassen.

Das Schloss Berg selbst ist Privatbesitz und nicht zugänglich — diese Erwartung sollte man gar nicht erst mitbringen. Was zugänglich ist: Uferweg, Kapelle und der Blick über den See. Wer die Geschichte vertiefen will, kombiniert den Spaziergang mit dem Museum in Starnberg.

Ein guter Abschluss ist die Rückfahrt mit dem Schiff oder dem Bus und ein später Nachmittag auf der Starnberger Promenade. Die Runde funktioniert das ganze Jahr; im Winter ist sie sogar am eindrücklichsten, weil kaum jemand unterwegs ist.

Ein Wort zur Erwartungshaltung, weil sie diesen Ausflug öfter verdirbt als das Wetter: Es gibt hier nichts Prunkvolles zu sehen. Die bekannten Schlösser Ludwigs liegen anderswo; was der Starnberger See bietet, ist der Ort seines Todes und ein Gedenkbau. Wer mit dieser Erwartung kommt, findet einen der ruhigsten und ernsthaftesten Plätze der Region. Wer Neuschwanstein im Kleinen sucht, fährt umsonst.

Die Kapelle selbst ist neuromanisch, schlicht und dunkel, errichtet aus Spenden Jahrzehnte nach dem Tod. Unterhalb markiert ein Kreuz im flachen Wasser die Fundstelle. An Ludwigs Todestag im Juni ist der Platz deutlich stärker besucht als sonst; wer die Ruhe sucht, kommt an einem anderen Tag.

Ergänzen lässt sich der Halbtag nach oben oder nach innen. Nach oben: von Berg hinauf nach Aufkirchen, wo vom Vorplatz der Wallfahrtskirche der Blick über den ganzen See geht. Nach innen: ins Museum in Starnberg, das die höfische Lustschifffahrt der Wittelsbacher zeigt und den Zusammenhang zwischen Königshaus und See erklärt.

Hier beginnt außerdem der König-Ludwig-Weg, der in mehreren Etappen bis nach Füssen führt. Die erste Etappe ist die zugänglichste, weil S-Bahn und Bus überall halten und man jederzeit abbrechen kann. Wer nur den Anfang geht, hat trotzdem den charakteristischsten Teil gesehen.

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