Tour · Tutzing
Uferweg Tutzing–Feldafing
Am Westufer entlang durch Villengärten und Parks — mit Bahnhöfen an beiden Enden.
Von Markus Seidl · Touren und Wege · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Tourart: Spaziergang
- Strecke: rund 7 km
- Dauer: etwa 1:45 h
- Schwierigkeit: leicht
- Rückweg: S6
Anreise
- Bahn: S6 nach Tutzing, zurück ab Feldafing — die Tour ist bewusst als Einbahn-Strecke zwischen zwei Bahnhöfen angelegt.
- Schiff: In der Saison legen beide Orte an.
Parken: Da beide Enden Bahnhöfe haben, ist das Auto hier überflüssig.
Der Abschnitt zwischen Tutzing und Feldafing ist der eleganteste Uferweg des Sees: Er führt abwechselnd direkt am Wasser und leicht oberhalb durch alte Parkanlagen, vorbei an Villengärten aus der Zeit, als der See die Sommerfrische der Münchner war.
Weil beide Orte S-Bahn-Stationen haben, ist die Strecke die perfekte Einbahn-Wanderung: hinfahren, laufen, zurückfahren. Wer mag, verlängert in Feldafing hinauf in den Lenné-Park.
Unterwegs gibt es mehrere Bänke mit Blick nach Osten über den See. Am Nachmittag steht die Sonne günstig; im Winter ist der Weg meist gut begehbar.
Der Weg wechselt dabei mehrfach den Charakter, und das macht ihn interessanter, als seine sieben Kilometer vermuten lassen. Auf den ersten Abschnitten geht man auf Uferniveau, teils über Kies, teils über Wiesenwege mit direktem Wasserzugang. Danach steigt der Weg leicht an und führt oberhalb durch Baumbestand, sodass man über die Kronen hinweg auf den See sieht. Kurz vor Feldafing öffnet sich der Blick noch einmal nach Süden auf die Alpenkette — der beste Punkt für eine Pause.
Die Villen entlang der Strecke stammen aus der Zeit, als die Münchner Bürger den See als Sommerfrische entdeckten. Von den Bahnhöfen aus wurden ganze Haushalte über den Sommer verlegt. Zu sehen ist davon meist nur ein Tor, eine Hecke und ein Bootshaus am Wasser — die Gärten sind privat. Der Uferweg selbst ist durchgehend öffentlich, auch wo er zwischen Grundstücken hindurchführt.
Bei Feldafing lohnt der Anschluss: Der Lenné-Park oberhalb des Ortes ist frei zugänglich und in wenigen Minuten erreicht, und vom Glockensteg setzt in der Saison das Fährboot zur Roseninsel über. Wer beides anhängt, füllt aus dem Spaziergang einen ganzen Tag.
Praktisch ist die Strecke wetterfest. Sie ist überwiegend befestigt, hat keine nennenswerten Steigungen und funktioniert auch im Winter, wenn andere Uferwege matschig sind. Mit Kinderwagen geht sie mit Einschränkungen — einzelne Abschnitte sind schmal und wurzelig. Und weil an beiden Enden ein Bahnhof steht, braucht niemand zum Ausgangspunkt zurückzulaufen.
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