Thema · München
Ausflüge ab München zum Starnberger See
25 Minuten mit der S-Bahn ans Wasser — welche Ziele sich für einen halben und welche für einen ganzen Tag lohnen.
Von Lena Vogt · Unterwegs ohne Auto · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Anreise: S6 ab München, rund 25 Min
- Beste Zeit: ganzjährig
- Ohne Auto: ideal
Anreise
- S-Bahn: Die S6 fährt aus der Münchner Innenstadt in rund 25 Minuten nach Starnberg und weiter bis Tutzing. Der Starnberger Bahnhof liegt direkt am Wasser.
- Regionalzug: Ab Tutzing weiter nach Bernried und Seeshaupt an das ruhigere Süd- und Westufer.
- Tipp: Für Tagesausflüge lohnt sich ein Blick auf die Tagestickets des MVV — der See liegt teilweise noch im Verbundgebiet.
Parken: Wer aus München mit dem Auto kommt, steht an Sommerwochenenden zweimal: auf der Autobahn und bei der Parkplatzsuche. Die S-Bahn ist hier objektiv die bessere Wahl.
Parkdruck: Im Hochsommer und an Wochenenden sind die Parkplätze früh belegt. Anreise mit Bahn, Bus oder Schiff wird ausdrücklich empfohlen.
Der Starnberger See ist der nächstgelegene große See Münchens, und das erklärt fast alles: den Andrang an heißen Wochenenden, die dichte S-Bahn-Taktung und die Tatsache, dass viele Münchner ihn für selbstverständlich halten. Wer aus der Stadt kommt, hat einen entscheidenden Vorteil — er kann spontan entscheiden.
Die Basis ist die S6. Sie fährt aus der Innenstadt in rund 25 Minuten nach Starnberg und endet in Tutzing. Der Starnberger Bahnhof liegt unmittelbar am Wasser; man steigt aus und steht auf der Promenade. Für einen halben Tag ist das die einfachste Variante überhaupt: Promenade, Bootsverleih, Museum, eine kurze Dampferfahrt und zurück.
Für einen ganzen Tag lohnt es sich, weiterzufahren. In Tutzing beginnt zehn Minuten vom Bahnhof der Aufstieg zur Ilkahöhe — dem bekanntesten Aussichtspunkt des Fünfseenlands. Eine gute Stunde hinauf, und bei klarer Luft steht die Alpenkette von der Zugspitze bis ins Karwendel vor einem. Der Abstieg über die Nordseite ist schattig und auch im Sommer angenehm. Wer lieber flach unterwegs ist, geht stattdessen am Ufer nach Feldafing und fährt von dort zurück.
Die dritte Option führt weiter nach Süden: Mit dem Regionalzug ab Tutzing erreicht man Bernried und Seeshaupt. Bernried ist das beste Ganztagesziel des Sees für Besucher ohne Auto, weil Landschaftspark, Kloster und Buchheim Museum fußläufig zusammenliegen. Seeshaupt ist die ruhigere Wahl mit Hafen, Liegewiesen und dem Osterseen-Gebiet vor der Tür.
Ein Format, das aus München besonders gut funktioniert, ist die Einbahn-Wanderung: hinfahren, in eine Richtung laufen, von einem anderen Bahnhof oder mit dem Schiff zurück. Das spart den Rückweg und macht aus einem Spaziergang eine richtige Tour. Die Strecken Tutzing–Feldafing und Seeshaupt–Bernried sind dafür gemacht.
Zur Ehrlichkeit gehört der Hinweis auf den Andrang. An heißen Wochenenden im Juli und August ist der See voll — die Bäder, die Biergärten, die Parkplätze. Wer mit dem Auto kommt, steht dann zweimal: auf der Autobahn und bei der Suche nach einem Stellplatz. In den kleinen Orten am Ostufer ist das nicht nur lästig, sondern ein reales Problem für die Anwohner. Mit der Bahn kommt man an solchen Tagen nicht nur schneller an, sondern auch entspannter.
Die interessanteren Tage liegen ohnehin außerhalb der Hochsaison. Im Mai und Juni sind die Uferwege leer und das Licht ist besser; im Oktober schiebt der Föhn die Berge optisch bis an den See; im Winter ist die Sicht oft klarer als im Sommer, und man teilt die Landschaft mit fast niemandem. Für einen Tagesausflug aus München ist das die deutlich bessere Version derselben Strecke.
Wer den Radius weiter zieht, kommt mit derselben Bahnstrecke noch deutlich weiter nach Süden. Ab Tutzing fahren Regionalzüge Richtung Kochel und Garmisch-Partenkirchen; Bad Tölz ist über Wolfratshausen oder direkt aus München erreichbar. Das macht den Starnberger See zum Zwischenhalt statt zum Endziel — man kann morgens am See spazieren und nachmittags in den Bergen sein, ohne einmal ins Auto zu steigen. Für Münchner ohne Führerschein ist das die praktikabelste Art, ins Oberland zu kommen.
Zur Kostenfrage, weil sie oft entscheidet: Ein Tagesausflug an den Starnberger See ist mit dem passenden Ticket eine der günstigsten Unternehmungen im Münchner Umland. Ein Teil der Uferorte liegt noch im Verbundgebiet, für weitere Ziele lohnt sich ein Blick auf die Tagestickets. Die Badeplätze am Ostufer sind frei zugänglich, die Uferwege ohnehin, und ein Picknick vom Bäcker kostet einen Bruchteil eines Restaurantbesuchs. Geld ausgeben muss man eigentlich nur für Schiff, Museum und Einkehr.
Wer zum ersten Mal kommt, macht am besten Folgendes: mit der S6 nach Starnberg, den Uferweg nach Berg gehen — breit, befestigt, gut eine Stunde —, dort die Votivkapelle ansehen und mit Bus oder Schiff zurück. Das ist in einem halben Tag zu schaffen, kostet fast nichts und zeigt genug vom See, um zu entscheiden, ob man wiederkommt.
Häufige Fragen
Wie kommt man von München zum Starnberger See?
Mit der S6, die aus der Münchner Innenstadt in rund 25 Minuten nach Starnberg fährt und in Tutzing endet. Der Starnberger Bahnhof liegt direkt am Wasser. Weiter nach Bernried und Seeshaupt geht es mit dem Regionalzug ab Tutzing.
Lohnt sich ein Tagesausflug ab München an den Starnberger See?
Ja, und ohne Auto besonders. Für einen halben Tag reicht Starnberg mit Promenade und Dampferfahrt; für einen ganzen Tag lohnt Tutzing mit der Ilkahöhe oder Bernried mit Park und Museum.
Wann ist der Starnberger See am wenigsten überlaufen?
Außerhalb der Hochsaison und unter der Woche. Im Mai, Juni und Oktober sind die Uferwege deutlich leerer, im Winter trifft man fast niemanden. An heißen Wochenenden im Juli und August ist der See dagegen voll.
Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Informationen des Betreibers. Stimmt etwas nicht mehr? Sag uns Bescheid.