Thema · Starnberger See
Ein Wochenende am Starnberger See
Zwei Tage, die sich nicht überschneiden: ein Vorschlag mit Wasser, Aussicht und einem Museum.
Von Lena Vogt · Unterwegs ohne Auto · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Dauer: 2 Tage
- Beste Zeit: Mai–Oktober
- Ohne Auto: vollständig möglich
Anreise
- Bahn: Ein Wochenende am See ist ohne Auto vollständig machbar — S6 nach Starnberg und Tutzing, Regionalzüge nach Bernried und Seeshaupt, dazu Regionalbusse ans Ostufer.
- Schiff: In der Saison das eleganteste Verkehrsmittel und selbst schon Programm.
Parken: Wer mit dem Auto anreist, stellt es am besten für das Wochenende ab und bewegt sich vor Ort mit Bahn, Schiff und Rad.
Zwei Tage sind für den Starnberger See eine gute Länge: lang genug, um beide Ufer kennenzulernen, kurz genug, um nicht in Routine zu verfallen. Der häufigste Fehler bei einem Wochenende ist, zu viel zu wollen — der See ist über zwanzig Kilometer lang, und wer beide Enden an einem Tag sehen will, verbringt ihn im Verkehr.
Die tragfähigste Aufteilung folgt der Geografie: ein Tag am Westufer, ein Tag am Ostufer. Beide Seiten sind unterschiedlich genug, dass sich nichts wiederholt. Das Westufer ist die kultivierte Seite mit Bahnanschluss, Villenparks und Museen; das Ostufer ist ländlicher, ruhiger und hat die besseren Badeplätze.
Für den ersten Tag bietet sich das Westufer an, weil es ohne Auto am leichtesten zu erschließen ist. Von Starnberg aus geht es mit der S-Bahn nach Tutzing, von dort zu Fuß am Ufer entlang nach Feldafing — eine der schönsten flachen Strecken der Region, durch alte Parkanlagen und vorbei an Villengärten aus der Zeit der Sommerfrische. Zurück fährt die S-Bahn. Wer mehr Höhenmeter will, hängt den Aufstieg zur Ilkahöhe über Tutzing an: eine gute Stunde hinauf, und bei klarer Luft reicht der Blick von der Zugspitze bis ins Karwendel.
Der zweite Tag gehört dem Süden und dem Ostufer. Mit dem Zug nach Seeshaupt, am Ufer entlang Richtung Norden, unterwegs eine lange Pause am Wasser, und ab Bernried mit Bahn oder Schiff zurück. Dieser Abschnitt ist Schutzgebiet mit Schilfröhricht und Flachwasserzonen — Baden ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt, die Uferzonen sind tabu. Wer sich daran hält, hat den stillsten Teil des Sees fast für sich.
Für den Abend gilt eine Eigenheit der Region: Die Uferorte sind früh ruhig. Nachtleben gibt es hier nicht, und viele Küchen schließen zeitiger, als Städter erwarten. Wer abends essen gehen will, reserviert und geht früh; wer den Sonnenuntergang über den Bergen sehen will, plant ihn bewusst ein, statt darauf zu hoffen. Der Blick von der Ilkahöhe oder vom Westufer nach Süden ist am Ende eines klaren Tages das beste Programm, das das Wochenende zu bieten hat.
Wenn das Wetter nicht mitspielt, tauscht man einfach: Der Bernrieder Tag mit Landschaftspark und Buchheim Museum funktioniert bei Regen genauso gut wie bei Sonne und trägt einen kompletten Tag. Das ist der Grund, warum er als Reserve im Plan stehen sollte.
Zur Verpflegung: Am Südufer ist die Versorgung dünner als im Norden. Wer einen Picknicktag plant, kauft vorher ein — Brot vom Bäcker, Käse oder Obazda, Obst vom Hofladen. Am Hafen in Seeshaupt gibt es Fisch aus dem See, solange der Fang reicht. Auf durchgehende Gastronomie am Weg sollte man nicht zählen.
Übernachten lässt sich rund um den See in allen Preisklassen; wer die Gegend abseits der Uferpromenaden erleben will, sucht sich einen Standort auf der Hochfläche über dem Ostufer. Von dort ist man in wenigen Minuten am Wasser, hat aber abends Ruhe und morgens den Blick auf die Alpenkette.
Wer das Wochenende verlängern kann, hat für den dritten Tag zwei sinnvolle Richtungen. Nach Süden führt der Weg zu den Osterseen bei Iffeldorf: rund zwanzig Moorseen unter Naturschutz, glasklares Wasser, ein Rundweg von etwa zwei Stunden. Nach Westen liegt das übrige Fünfseenland mit Ammersee, Wörthsee und Pilsensee, das sich mit dem Rad gut erschließen lässt. Beide Varianten sind mit der Bahn erreichbar, und beide zeigen eine andere Landschaft als das Seeufer selbst.
Zur Planung noch ein praktischer Punkt, an dem viele Wochenenden scheitern: die Rückfahrten. Die Schiffskurse enden früher, als man erwartet, und die Regionalbusse ans Ostufer fahren am Wochenende deutlich seltener als werktags. Wer eine Einbahn-Wanderung plant — und das ist am Starnberger See das beste Format —, sollte die letzte Verbindung notieren, bevor er losgeht. Das kostet fünf Minuten und erspart am Ende eine Stunde Fußmarsch im Dunkeln oder ein teures Taxi.
Ein letzter Hinweis zur Jahreszeit: Das beschriebene Wochenende funktioniert von Mai bis Oktober am besten. Im Winter fällt die Schifffahrt weitgehend weg und die Tage sind kurz — dafür sind die Uferwege leer und die Sicht auf die Berge oft klarer als im Sommer. Man plant dann nur anders, nicht schlechter.
Häufige Fragen
Reichen zwei Tage für den Starnberger See?
Ja, wenn man sie aufteilt: ein Tag Westufer, ein Tag Ostufer und Süden. Der See ist über zwanzig Kilometer lang — wer beide Enden an einem Tag sehen will, verbringt ihn überwiegend im Verkehr.
Kann man ein Wochenende am Starnberger See ohne Auto verbringen?
Vollständig. Die S6 fährt aus München nach Starnberg und Tutzing, Regionalzüge nach Bernried und Seeshaupt, Regionalbusse ans Ostufer, und in der Saison verbindet die Seenschifffahrt die Uferorte.
Was macht man am Starnberger See, wenn es am Wochenende regnet?
Der Bernrieder Tag ist die beste Reserve: Landschaftspark und Buchheim Museum liegen fußläufig zusammen und tragen einen kompletten Tag, unabhängig vom Wetter.
Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Informationen des Betreibers. Stimmt etwas nicht mehr? Sag uns Bescheid.