Sehenswürdigkeit · Iffeldorf
Osterseen bei Iffeldorf
Rund zwanzig Moorseen unter Naturschutz — außergewöhnlich klar und außergewöhnlich empfindlich.
Von Markus Seidl · Touren und Wege · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Dauer: 2–4 h
- Rundweg: rund 10–12 km, flach
- Status: Naturschutzgebiet, Geotop
- Baden: nur an ausgewiesenen Stellen
Anreise
- Bahn: Iffeldorf liegt an der Strecke München–Kochel; vom Bahnhof sind es wenige Minuten zu Fuß bis zum Einstieg in die Wege. Seeshaupt geht ebenfalls.
- Empfehlung: Hier ist die Bahnanreise nicht nur bequemer, sondern auch die schonendere Variante — und man spart sich die Parkplatzsuche vollständig.
Parken: Kostenpflichtige Wanderparkplätze am Rand des Gebiets, unter anderem am Jägergries und an der Fohnseestraße. Sehr begrenzt und an schönen Wochenenden früh überlastet. Wildparken schadet dem Gebiet und den Anwohnern.
Naturschutzgebiet: Naturschutzgebiet: Bitte auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen und nur an ausgewiesenen Stellen baden.
Parkdruck: Im Hochsommer und an Wochenenden sind die Parkplätze früh belegt. Anreise mit Bahn, Bus oder Schiff wird ausdrücklich empfohlen.
Die Osterseen sind eine Kette von rund zwanzig miteinander verbundenen Moorseen südlich von Seeshaupt. Sie sind ein Relikt der letzten Eiszeit: Zurückbleibende Eisblöcke schmolzen im Schotter und hinterließen Mulden, sogenannte Toteislöcher, die sich mit Wasser füllten. Gespeist werden sie bis heute von kalkreichem, eiskaltem Grundwasser — daher das ungewöhnlich klare, ins Türkise gehende Wasser, für das die Seen bekannt sind.
Das Gebiet ist Naturschutzgebiet und als Geotop ausgewiesen, und das ist hier keine Formsache. Es gilt Wegegebot, Hunde gehören an die Leine, Baden ist nur an den wenigen ausgewiesenen Stellen erlaubt — die bekannteste liegt am Ostufer des Großen Ostersees —, und die Uferzonen dürfen nicht betreten werden. Der Grund sind Orchideen, Zwischenmoorpflanzen und Wasservögel, die auf ungestörte Ufer angewiesen sind. Wer sich an die Regeln hält, sieht eines der artenreichsten Gebiete Bayerns aus nächster Nähe.
Der große Rundweg um die Hauptseenplatte misst je nach Variante zehn bis zwölf Kilometer, ist flach und gut begehbar; eine kürzere Runde ist in etwa zwei Stunden zu schaffen und größtenteils breit genug für Kinderwagen. Nach Süden hin öffnet sich der Blick über die Moore auf die Alpenkette.
Der auffälligste Punkt am Weg ist die Blaue Gumpe, eine trichterförmige Quellgrotte mit so klarem Wasser, dass man die Quelltöpfe am Grund erkennt. Sie ist zum Anschauen da, nicht zum Hineinsteigen — Baden ist dort ausdrücklich verboten, und der Boden ist empfindlicher, als er aussieht.
Wer verstehen will, was er sieht, geht mit: Über die Gemeinde Iffeldorf und örtliche Naturschutzverbände werden regelmäßig geführte Touren zu Entstehung und Ökologie des Gebiets angeboten. Zum Einkehren gibt es die Gutsalm Hohenberg auf der Anhöhe mit Blick über die Seenplatte sowie eine Gastronomie am Fohnsee.
Wir nennen hier bewusst keine „Geheimtipps" abseits der Wege. Das Gebiet verträgt den Andrang, den es ohnehin hat, gerade noch — mehr nicht.
Alle Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Informationen des Betreibers. Stimmt etwas nicht mehr? Sag uns Bescheid.