Essen & Genießen · Starnberger See
Picknick einkaufen rund um den See
Bäckerei, Fisch, Käse: wo man alles für einen Tag am Wasser bekommt, ohne im Supermarkt zu landen.
Von Katharina Brunner · Essen und Genuss · vor Ort geprüft · zuletzt geprüft: 2026-07
- Saison: April–Oktober
- Für: Badetage und Wanderungen
Anreise
- Bahn: In allen Uferorten mit Bahnhof gibt es Bäckereien in Bahnhofsnähe — praktisch für Wanderungen, die dort starten.
- Hinweis: Am Südufer ist die Versorgung dünner als im Norden; dort besser vorher einkaufen.
Parken: Für kurze Einkäufe meist unproblematisch.
Ein Picknick am See ist die beste und mit Abstand günstigste Mahlzeit der Region — vorausgesetzt, man kauft nicht im Supermarkt an der Durchgangsstraße, sondern dort, wo es die Sachen wirklich gibt.
Die Grundausstattung ist schnell zusammen: Brot und Brezn vom Handwerksbäcker, Obazda oder Käse, Radi, etwas Obst. In den Uferorten mit Bahnhof liegen die Bäckereien meist günstig für Wanderer, die dort starten. Sonntagvormittag ist überall Andrang, und die guten Laugenstangen sind früh weg.
Die regionale Spezialität ist Fisch aus dem See: Renke und Forelle, frisch geräuchert, gibt es an den Fischereien am Südufer — solange der Fang reicht. Am Vormittag ist die Auswahl am größten, und Bargeld ist üblich.
Was dazugehört: alles wieder mitnehmen. An den beliebten Badeplätzen ist der Müll im Sommer ein echtes Problem, und die Gemeinden räumen ihn auf eigene Kosten weg. Wer seinen Abfall einpackt, sorgt dafür, dass die Plätze offen bleiben.
Zur Reihenfolge des Einkaufs: Zuerst der Bäcker, weil dort morgens die Auswahl am größten ist und die guten Laugenstangen früh weg sind. Dann der Käse oder Hofladen. Zuletzt der Fisch, weil er kühl bleiben soll und die kürzeste Strecke bis zur Decke haben muss. Wer umgekehrt vorgeht, trägt geräucherte Renke eine Stunde in der Sonne durch die Gegend.
Bargeld gehört dazu. Kleine Fischereien, Hofläden und Bäckereien in der Region nehmen häufig keine Karte, und einzelne Betriebe weisen ausdrücklich auf Barzahlung hin. Am Automaten der Selbstbedienungshöfe braucht es außerdem passendes Kleingeld — der Geldautomat im nächsten Ort ist an einem Sonntagvormittag der ärgerlichste Umweg des Tages.
Ein Wort zum Fisch: Renke und Saibling aus dem See gibt es nur, solange der Fang reicht, und die Berufsfischerei ist am Starnberger See ein kleiner Betriebszweig mit wenigen Familien. Wer sicher etwas bekommen will, ist am Vormittag da. Und wer statt Räucherfisch eine belegte Fischsemmel nimmt, spart sich das Kühlproblem komplett.
Was am Ende zählt, ist der Rückweg: Alles wieder einpacken. An den beliebten Badeplätzen ist liegengelassener Abfall im Sommer ein echtes Problem, die Gemeinden räumen ihn auf eigene Kosten weg, und jede verschärfte Satzung der letzten Jahre hat hier ihren Ursprung. Ein Müllbeutel im Korb ist der billigste Beitrag dazu, dass die Plätze offen bleiben.
Bäckereien — die Basis, am besten in Bahnhofsnähe
- Café Marienplatz Marienstraße, Tutzing
- Wenige Minuten vom Bahnhof Tutzing. Semmeln und Gebäck für den Rucksack, bevor es an den See oder auf die Ilkahöhe geht.
- Bäckerei und Konditorei Florian Ziegler Dorfstraße, Bernried
- Familienbetrieb seit dem 19. Jahrhundert, belegte Semmeln und süße Teilchen — der Stopp zwischen Bahnhof, Park und Museum.
- BahnhofsBäck Bahnhofplatz, Seeshaupt
- In der Seeshaupter Markthalle, direkt für Bahnreisende. Brezn und Semmeln, auf Wunsch gleich belegt — unter anderem mit Fisch aus dem See. Wer nichts vorbereiten will, kauft hier den kompletten Korb.
- Bäckerei mit Stehcafé am See Hauptstraße, Seeshaupt
- Näher am Wasser als der BahnhofsBäck, Backwaren und Kaffee zum Mitnehmen. Bargeld mitbringen.
Fisch aus dem See — die regionale Spezialität
- Fischerei und Bootsverleih Sebald Nördliche Seestraße, Ammerland
- Die bekannteste Adresse am Ostufer: Fischsemmeln, geräucherte Renken und Saiblinge, dazu ein kleiner Garten am Wasser. Man kann einpacken oder gleich dableiben. Sonntag und Montag geschlossen.
- Fisch- und Fischereiservice Brigitte Huber Ammerlander Hauptstraße
- Kleiner Direktverkauf von lokalem Fisch mitten im Ortskern.
- Fischerei Huber Holzbergstraße, Ambach
- Familienbetrieb mit einem Fischereirecht, das bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Bekannt für die hausgemachte Räucherfischcreme. Nur am Ende der Woche geöffnet.
- Fischermeister Gastl Assenbucher Straße, Berg-Leoni
- Hofladen mit Seeblick und angeschlossenem Café — frischer Fisch am Wochenende, Kuchen aus der eigenen Backstube.
- Fischräucherei Hubl Zieglerweg, Bernried
- Räuchert seit dem 19. Jahrhundert über Buchen- und Erlenholz. Ofenwarme Filets sind das Argument, direkt an den See zu fahren statt nach Hause.
- Fischerei Andreas Lidl Seeshaupt
- Anlaufstelle am Südende für geräucherte Renken und Saiblinge.
Käse, Wurst und Feinkost
- Der Seeshaupter Hofladen Bahnhofstraße, Seeshaupt
- Bioladen mit Käse- und Wursttheke, Alm- und Heumilchkäse, Obst, Aufstriche, kalte Getränke. Zusammen mit dem BahnhofsBäck nebenan ist der Korb in zehn Minuten voll.
- Bernrieder Hofladen Tutzinger Straße, Bernried
- Regionale Lebensmittel und handwerklich hergestellter Käse, günstig auf dem Weg zwischen Bahnhof und Park.
- SEMBRITZKI Feinkost Tutzinger-Hof-Platz, Starnberg
- Die Käseadresse im Starnberger Zentrum, wenige Minuten vom Bahnhof und vom Dampfersteg.
- Käfer Delikatessen Maximilianstraße, Starnberg
- Große Auswahl, entsprechendes Preisniveau — die Variante für ein Picknick, das kein Sparprogramm sein soll.
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